Autor: esben

… und alle laufen mit!

Vielfältig, repräsentativ, bunt – so liest sich die Liste der teilnehmenden Gruppen an der diesjährigen Demo-Parade. Mit dabei sind Initiativen wie die AIDS-Hilfe Karlsruhe, die Schwung und die QUEERulanten, Party-Größen wie Rosapark und Holla die Waldfee, etliche Parteien, befreundete CSDs und viele andere Gruppen, die unseren Alltag in regenbogenbunt färben:-). Schaut doch vorbei auf unserer Liste der bereits angemeldeten Organisationen.
Wenn euch ein Verein oder eure Gruppe fehlt, hakt dort mal nach – die kostenlose Anmeldung läuft noch bis kurz vor Abmarsch!

Zusage: Mentrup ist Schirmherr!

Viele hatten es gehofft, vermutet, jetzt lest ihr es schwarz auf weiß, Stadtoberhaupt Frank Mentrup hat als Schirmherr zugesagt. Erstmals nimmt damit ein Karlsruher Oberbürgermeister die jährliche Demo-Parade der Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen unter seine Fittiche.
Mentrup hält seine Zusage für selbstverständlich: „Ich bin Oberbürgermeister aller Karlsruherinnen und Karlsruher – unabhängig von ihrer sexuellen Identität.“ Auf das Motto „Schau nicht weg!“ angesprochen betont der Schirmherr: „Der Aufruf richtet sich an jede Person und ist der Stadt eine Verpflichtung.“
Die Demo-Parade des CSD Karlsruhe am 8. Juni wird auch in diesem Jahr vom Friedrichsplatz aus durch die Innenstadt ziehen, gefolgt von der politischen Kundgebung. Nach diesem Teil lädt der CSD alle Interessierten ein auf das Hoffest beim Nachtwerk in der Pfannkuchstraße.

„Schau nicht weg!“ – Motto 2013 und Termin stehen fest

Unter dem Motto „Schau nicht weg!“ wird am 8. Juni 2013 wieder der Christopher Street Day in Karlsruhe stattfinden, die große Demo-Parade der Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen. Die Jury des CSD Karlsruhe e.V. wählte den Slogan „Schau nicht weg!“ aus zahlreichen Vorschlägen. Das Motto unterstreicht den gesellschaftlich-politischen Charakter des CSDs.

Gleich doppelt fordert das Motto zum Hinsehen auf: erstens bei Pärchen aus zwei Männern oder zwei Frauen, die Hand in Hand durch die Straßen gehen. Zweitens wirbt das Motto um Zivilcourage bei Gewalt gegen Lesben und Schwule.

Die Planungen zum dritten CSD in Folge laufen bereits, damit eine Woche nach den Pfingstferien eine buntere und noch größere Demo-Parade durch die Innenstadt zieht. Darauf wird wieder eine politische Kundgebung mit Gästen folgen, anschließend lädt das Hoffest alle Interessierten zum Mitfeiern ein.

Mit dem Christopher Street Day gehen alljährlich in zahlreichen Großstädten weltweit Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuelle auf die Straße, um auf ihre Lebenssituation aufmerksam zu machen und die vollständige Gleichstellung einzufordern.

CSD 2013 – Gib ihm (d)ein Motto!

Getreu dem Motto „Nach dem CSD ist vor dem CSD“ machen wir uns Gedanken über den CSD 2013. Und wir, das seid auch ihr: Findet ein Motto für unseren nächsten CSD!
Wie soll das Motto sein? Kämpferisch? Witzig?  Zu einem bestimmten Thema? Das liegt bei euch!
Reicht euren Vorschlag ein – bis zum 31. August. Oder habt ihr eine tolle Idee, wisst nur nicht, wie man ein konkretes Motto daraus basteln könnte? Immer her damit!
Im September wird eine Jury alle eingegangenen Vorschläge durchforsten und das Motto für 2013 küren.

Lasst es euch durch den Kopf gehen – im Park, am Strand, am Schreibtisch.
Eure zündende Idee lasst uns wissen.
Bis Ende August.
Per Mail:
motto [ätt] csd-karlsruhe.de

CSD auf Französisch: Straßburger „Festigays“ feiern Regenbogenfest zum zehnten Mal

Nach ‚unserem‘ CSD in Karlsruhe laufen in den benachbarten Großstädten Saarbrücken und Stuttgart die Vorbereitungen schon auf Hochtouren. Wer über den Tellerrand schaut, entdeckt am anderen Ufer des Rheins schnell noch eine weitere Großveranstaltung unter dem Regenbogen-Banner. Das Kollektiv „Festigays“ veranstaltet am 16. Juni 2012 bereits zum zehnten Mal die „Marche des Visibilités“ („Marsch/Parade der Sichtbarkeit“). Eingebettet ist die Parade ähnlich wie bei deutschen CSDs in eine Veranstaltungswoche – die „Semaine de la Visibilité“ („Woche der Sichtbarkeit“).

Die bunte Parade startet um 14 Uhr an der Place de l’Université und führt einmal durch die Innenstadt, um gegen 17 Uhr am Startpunkt zu enden. Hier wird dann das „Village des Visibilités“, das Dorf der Sichtbarkeiten anschließen. Hier warten Informationsstände, ein Podium mit Redebeiträgen bekannter Persönlichkeiten und natürlich Getränke auf die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Tanzen bis in die frühen Morgenstunden ist ab 22 Uhr in der „Laiterie“ möglich, die sich in der Nähe befindet.

Die Festigays sind der Dachverband der Straßburger LGBT-Gruppen. Der CSD ist die größte Veranstaltung des Vereins. Zum zehnjährigen Jubiläum blicken die Festigays in diesem Jahr auf ihre bisherige Arbeit zurück: Was haben Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle schon erreicht? Wofür muss weiter gekämpft werden? Als größten Erfolg verweisen auch die französischen Homosexuellen auf eine Art Eingetragene Lebenspartnerschaft (P.A.C.S. = pacte administratif et civile de solidarité), die u.a. sogar die gemeinsame Versteuerung der Lebenspartner ermöglicht.

Zentrale Punkte der Gleichberechtigung sind nach Meinung der Festigays die Anpassung des Adoptionsrechts, das auch in Frankreich auf heterosexuelle Paare oder Einzelpersonen ausgelegt ist, und die Rechte von Transgendern. Grund genug, weiter zu kämpfen, aber im Rückblick auf Erreichtes auch Anlass zu feiern – und bevor es in Saarbrücken (22.07.) und Stuttgart (28.07.) weiter geht – warum eigentlich nicht Station machen in Straßburg!?

Alle Infos (auf Französisch) auch auf http://www.festigays.net/

Vorbei, aber noch nicht ganz zu Ende: der CSD Karlsruhe 2012

Machen wir uns nichts vor: Mit dem  zweiten CSD in Folge hatte Karlsruhe einen heißen Samstag! Danke allen, die auf der Straße und beim Hoffest dabei waren! Ihr habt den CSD zu dem gemacht, was er war! Für Liebe. Mit Recht.

Das war los

Wieder in vierstelliger Personenstärke zogen wir durch die Innenstadt, Homo-, Bi-, Trans-, Inter- und nicht zuletzt Heterosexuelle. Straßenbahnen standen still, Trillerpfeifen schrillten laut, Kaiserwetter – die Stimmung war super!

Bei der Kundgebung verschnauften die Paraden-Teilnehmer/innen dann, und unsere Schirmfrauen ANA & ANDA ergriffen das Wort. Anschließend nahmen die Gäste aus der Politik Stellung zur Verbesserung der Lebenssituation aller LGBT-Minderheiten. Wer (z.B. durch Nahrungssuche) etwas versäumt oder seinen Ohren am Friedrichsplatz nicht getraut hat: Die Mitschnitte aller Redebeiträge können hier auf der Website nachgehört werden.

Auf dem Hoffest war von A wie Apfelschorle bis Z wie… ziemlich viel zu essen bestens für das leibliche Wohl gesorgt. Auf der Bühne sorgten Anica und Band, Dieter Jürgens und Band, Demetri Betts, Mave O´Rick, Carlos Fassanelli und Chapeau Claque für Stimmung.

Alles vorbei?

Nein, es geht noch weiter: Das Rahmenprogramm bietet weiterhin Gelegenheit, CSD-Freuden zu frönen: Am Donnerstag (7. Juni) bietet der Sportverein Uferlos die Radwanderung zur Insel Rott an, Freunde des motorisierten Zweirads kommen mit der Samstags-Tour der Queerbiker am 9. Juni auf ihre Kosten.

Häusliche CSD-Fans können bei Rosarauschen am Freitag, den 8. Juni, der Themensendung CSD lauschen. Schon zu Fronleichnam (7. Juni)  gibt es außerdem die Wiederholung der CSD-Sondersendung aus der Vorwoche.

Und wer glaubt, noch nicht alles gesehen zu haben: Das Café XXX im Z10 lädt am Sonntag, 10. Juni, zur CSD-Nachlese, wo etliche Bilder auf der Leinwand präsentiert werden – schwelgen wir gemeinsam in Erinnerungen…! Wer noch gelungene Schnappschüsse hat: bitte mitbringen und teilen! So kommt man im Gegenzug auch an nette Fotos (und ins Gespräch sowieso). Vorab steht euch auch schon hier im Internetauftritt unsere Bildergalerie offen. Viel Spaß beim Durchklicken!

Ihr seht: Noch ist nicht alles vorbei, seid dabei und lasst den CSD würdig ausklingen – mit Schmackes, mit Recht!

Die Demo-Parade – spiel mit!

Am Samstag ist es endlich so weit: Die große Demo-Parade des CSD Karlsruhe findet statt. Alle ‚Spielregeln‘ sind hier zusammengestellt.

Wer läuft mit?

An die 30 Gruppen lassen es krachen, warum nicht auch DU? Einzelne Personen können spontan mitlaufen, ohne Anmeldung und einfach so. Schnapp dir eine der verteilten Trillerpfeifen, und schon bist du bestens für die Parade gerüstet. Ganze Gruppen können sich noch bis 13 Uhr bei einem der Orgas anmelden (das sind die netten Herren in den schicken rosa Westen).

14 Uhr: Abmarsch

Um 14 Uhr laufen wir, angeführt von unseren Schirmfrauen, los.

Auf der Piste: nichts Verwerfliches

Feiern ist schön, also ist auch der CSD schön. Genau wie andere Städte wird Karlsruhe aber grummelig, wenn es nach der Parade aussieht wie beim Müllwerkerstreik in Neapel. Also: Wer etwas zu entsorgen hat (Bonbonpapier, Plastikflasche, aufgetragene Wäsche,…), wirft es in einen Abfalleimer. Apropos „werfen“ – werft den Menschen Blicke zu, Kusshände, was auch immer – nur nichts ‚Materielles‘ (Trillerpfeifen, Bonbons, Torten) – sonst darf das Orga-Team die Straßen fegen. Sicher, eine leicht bekleidete verschwitzte Arbeitstruppe mag ganz nett klingen, aber nach ein paar Stunden Fegerei würde das langweilig, oder…? Außerdem: Je schneller die Gruppe zum Hoffest kommt, desto pünktlicher kann dort der Vorhang hochgehen…

Wieder am Friedrichsplatz

Gegen 15:30 Uhr erreichen wir wieder den Friedrichsplatz (vielleicht früher, vielleicht später – hängt von der tatsächlichen Route ab). Es wird etwas Zeit in Anspruch nehmen, die Bühne für die Kundgebung aufzubauen. Macht es euch also auf dem Rasen des Friedrichsplatzes bequem, besorgt euch eine Erfrischung, einen Kaffee, einen Imbiss,… benutzt ausgiebig die Mülleimer, seid lieb zu den Blumenbeeten, das Wasser im Brunnen ist kein Trinkwasser,… ihr wisst schon, Neapel und so;-)!!

Wie komm‘ ich da denn hin? – Anfahrt zum CSD Karlsruhe

Nicht jede/r wohnt am Friedrichsplatz oder am Nachtwerk. Wer Karte, Kompass und Navi beim CSD schonen möchte, erhält hier eine hochoffizielle Anfahrtsbeschreibung:

Parade und Kundgebung finden am Friedrichsplatz statt.
Mit der Stadtbahn oder Tram fahrt ihr aus allen Richtungen bis zum Marktplatz.
Vom Bahnhof kommen die Linien mit grünem oder violettem Signet in Frage:

S1/S11 in Richtung Neureut bzw. Hochstetten,

S4 in Richtung Heilbronn,

S41 in Richtung Marktplatz bzw. Karlsruhe Tullastr.,

Tram 6 in Richtung Daxlanden bzw. Rappenwört.

(Faustregel für die Fahrtrichtung: Fahren diese Linien vom Bahnhof aus gesehen von den ersten beiden Gleisen ab, geht es in die richtige Richtung.)

Autofahrer fahren von der Autobahn über Karlsruhe-Mitte in Richtung „Kongresszentrum“. Auf der Ettlinger Straße (Vorsicht, Baustellen!) am „Queens-Hotel“, dem Roten Kreuz und der „Volkswohnung“ vorbei bis zur großen Kreuzung am Ettlinger-Tor-Platz. Dort links in die Kriegsstraße abbiegen.
Zum Parken: Entweder direkt rechts ins Parkhaus „Ettlinger Tor Center“ abbiegen oder die zweite Straße rechts (Ritterstraße) nehmen. Einige hundert Meter geradeaus, zwei Straßen überqueren, und ihr kommt zur Parkgarage am Friedrichsplatz. Alternative: Ihr fahrt noch hundert Meter weiter und biegt rechts ab zum Karstadt-Parkhaus in der Zähringerstraße.
Von allen genannten Parkmöglichkeiten sind es dann nur noch wenige Schritte bis zum Friedrichsplatz.

Das Hoffest findet statt am Nachtwerk in der Pfannkuchstraße 14.
Mit der Tram ist das ganz einfach: Steigt am Marktplatz gegenüber der Pyramide in die Linie 6 in Richtung Daxlanden oder Rappenwört. Nach 15 Minuten steigt ihr an der Haltestelle „Stadtwerke“ aus. Nun seht ihr in Fahrtrichtung rechts die Stadtwerke, und Schilder/Luftballons weisen euch den Weg in die Pfannkuchstraße. Einfach weiter gehen, bis rechterhand das Gelände des Nachtparks auftaucht.

Die Haltestelle „Stadtwerke“ wird die ganze Nacht über in Richtung Hauptbahnhof bedient. Bis 0:58 Uhr fährt die Tram 6 zum Hauptbahnhof zurück (dreimal pro Stunde, immer um :08, :28 und :58). Danach fährt stündlich immer um :58 der Nightliner (NL 5) zum Marktplatz, dort umsteigen in die S1/S11 in Richtung Ettlingen bzw. Ittersbach.

Autofahrer und Radfahrer verlassen die Innenstadt zunächst auf der Kriegsstraße in Richtung Rheinhafen. Dem Streckenverlauf Kriegsstraße – Zeppelinstraße – Daxlander Straße ca. 3km folgen, dabei die Südtangente überqueren. Unmittelbar vor den Stadtwerken nach rechts in die Pfannkuchstraße abbiegen und diese bis zum Ende fahren.

Willkommen! Sie haben Ihr Ziel erreicht! 🙂

Karlsruhe, Deutschland und die Welt: Wie ist es anderswo ‚unter dem Regenbogen‘?

„Was wollen die Schwulen denn noch? Ist doch alles legal, die können sogar heiraten, und die Lesben auch!“ So ähnlich sind zuweilen die Wortmeldungen (mutmaßlich heterosexueller) Mitmenschen. Nicht ganz falsch, aber auch nicht vollkommen richtig. Wie gut es den in Deutschland lebenden Schwulen, Lesben und Transgenders tatsächlich geht, macht ein Blick über den bundesdeutschen Tellerrand deutlich.

Sehen wir mal nach Saudi-Arabien, wo Frauen bekanntlich keine Kraftfahrzeuge führen dürfen. Wie mag es da erst einer Lesbe gehen, oder einem Mann, der sich für Männer interessiert? Homosexualität ist verboten, sexuelle Handlungen werden bestraft. Die Todesstrafe wird mittlerweile nicht mehr verhängt, aber die Gerichte verhängen weiterhin mehrjährige Gefängnisstrafen oder eine drei- bis vierstellige Anzahl Peitschenhiebe.
In Deutschland ist der berüchtigte §175 des Strafgesetzbuches seit 1994 aufgehoben und Homosexualität kein Straftatbestand mehr. Im Rahmen der ersten rot-grünen Bundesregierung wurde die Eingetragene Lebenspartnerschaft geschaffen. Schwule und Lesben sind im Erbrecht, bei der Versorgung und mittlerweile auch beim Steuerrecht Ehepartnern gleichgestellt, wenn die Betroffenen sich aktiv dafür einsetzen (ein entsprechendes Gesetz fehlt hier noch).

Schauen wir nach Baku. Hier findet der diesjährige Eurovision Song Contest statt. Die Erfahrenen erinnern sich: 1998 hat die Transsexuelle Dana International bei dieser Veranstaltung gewonnen. Klingt gut, was den ESC angeht. Wie ist es aber bestellt um die Homo- und Transgenderrechte in Aserbaidschan? Grundsätzlich ist Homosexualität legal, wie in Deutschland. Dann beginnen jedoch die Unterschiede: Von einer gesellschaftlichen Toleranz kann keine Rede sein in Aserbaidschan. Stattdessen wird das Thema totgeschwiegen. Entsprechend Wenige bekennen sich zu ihrem Anderssein, weder die Freunde noch die Familie erfahren, was im Innersten der Frauen, Männer und Transgender vorgeht.
In Deutschland haben jahrzehntelange Anstrengungen durchaus Früchte getragen, ab den Achtzigern auch mit CSD-Paraden. Das gesellschaftliche Klima hat sich verändert. Immer mehr Menschen offenbaren sich früher oder später im Freundes- und Bekanntenkreis, teilweise auch am Arbeitsplatz. So gesehen geht es uns natürlich verdammt gut!

Anders im russischen St. Petersburg, hier dürfte dieser Artikel gar nicht existieren. Seit kurzem ist dort jegliche Information über Regenbogen-Themen als „homosexuelle Propaganda“ verboten. Grundsätzlich ist Homosexualität in Russland zwar legal, das offene Ausleben wird jedoch massiv behindert. Das bekommen nicht zuletzt Teilnehmer/innen des Moskauer CSD jedes Jahr zu spüren, wenn die Polizei gewaltsam gegen die Demonstranten vorgeht, statt sie vor rechtsradikalen Angriffen zu beschützen!

Bei dieser Schilderung wird einem ganz anders. Wie gut es uns doch geht! Das stimmt, verglichen mit anderen Ländern geht es uns schon verdammt gut. Aber auch wenn wir auf hohem Niveau jammern, haben wir immer noch gute Gründe dafür:
Verheiratete haben immer noch erhebliche Vorteile gegenüber Verpartnerten (und Nichtverpartnerten sowieso). In Deutschland können weiterhin nur ein Ehepaar oder eine Einzelperson ein Kind adoptieren – zwei Adoptivväter oder -mütter kann ein Kind rechlich nicht haben!
Und die Ablehnung auf deutschen Schulhöfen wird auch seit einigen Jahren wieder deutlicher hörbar, das Wort schwul hat nach einer gewissen Aufwertung wieder eine krasse Abwertung erfahren, und Schwuchtel ist eines der fiesesten Schimpfwörter überhaupt gegenüber Jungen.
Oder das Thema Coming-Out am Arbeitsplatz: Für zahlreiche Lesben und Schwule wäre ein allzu freimütiges Bekenntnis immer noch eine Einladung zum Mobbing, im schlimmsten Fall ein Freifahrschein zur Arbeitsagentur! Es gibt zwar das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, aber die Diskriminierung zu beweisen ist oft schwierig.
Damit können wir nicht zufrieden sein! Das können wir nicht akzeptieren! Wir wollen stattdessen dafür sorgen, dass wir akzeptiert werden! Wenn wir den Einen oder die Andere mit dem CSD zum Nachdenken in eine andere Richtung anregen, haben wir schon ein bisschen etwas gewonnen. Nutzen wir die Gelegenheit und zeigen uns so, wie wir sind – als Menschen, die leben und lieben wollen, wie wir eben sind. Mit Recht.

Schauen, wandern, hören, schlemmen und mehr: das Rahmenprogramm des CSD

Derzeit häufen sich die ‚roten Tage‘ im Kalender – und es gibt gute Gründe, sich weitere Tage rot im Kalender anzustreichen: Etliche Größen der Karlsruher Szene haben ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Kulturelle, kulinarische und sportliche Aktivitäten – für alle ist etwas dabei.
Gleich zweimal steht das Café XXX im Z10 im Zeichen des CSD. Gleich am kommenden Sonntag stellt Songwriter Sebastian Niklaus Lieder aus seinem brandneuen Debütalbum vor. Nach dem CSD steht dann die Nachlese auf dem Programm.
Filmfreundinnen und -freunde kommen definitiv auf ihre Kosten. Bei den bereits angelaufenen Gay & Lesbian Filmnights der Schauburg wird je ein schwuler und ein lesbischer Abend geboten: In der Komödie „Longhorns“ erkennt Kevin in der texanischen Provinz Anfang der Achtziger Jahre, dass er mit Männern eventuell doch mehr anfangen will als Biertrinken und Baseball schauen… Die lesbische Kurzfilmnacht in der Woche darauf wartet auf mit einem bunten Mix aus nordamerikanischen und deutschen Produktionen – kurz, aber knackig! Mit „Homo@LV“ präsentieren auch die Lesbisch-schwulen Filmtage Karlsruhe einen Beitrag: In der Dokumentation geht es um die Schwierigkeiten der Schwulen- und Lesbenbewegung in Litauen – zu sehen im Studio 3.
Wer lieber Radio hört: Rosarauschen vom Querfunk präsentiert eine Sondersendung zum Karlsruher CSD 2012 und reflektiert das Phänomen CSD in einer speziellen Themensendung. Aus christlicher Sicht nähert sich unserem großen Tag der Queergottesdienst in der Alt-Katholischen Kirche.
Sportlich wird es dank Uferlos ab dem 3. Juni: eine Wanderung ins Nagoldtal, eine Radtour zur Insel Rott und eine Motorradtour der Queerbiker rufen zur sportlichen Betätigung auf.
Wer lieber bei Kaffee und Kuchen mit netten Leuten zusammen sitzt, wird am CSD-Kaffeeklatsch des Café Schmidt oder dem Café Regenbogen der AIDS-Hilfe Karlsruhe seine Freude haben.
Übrigens: Wir sind nicht nur über das Netz erreichbar, an den kommenden Mai-Samstagen findet ihr uns mit einem Info-Stand in der Karlsruher Innenstadt (19. Mai: Ecke Kaiserstraße/nördliche Waldstraße). Für Informationen aus erster Hand, und mit einem offenen Ohr:-). Wir sehen uns – im Netz, in der Stadt, auf dem CSD!

French