Autor: fpf

Höher – schneller – weiter

Freut Euch kommenden Samstag auf den größten CSD, den Karlsruhe je erlebt hat: Zur Parade haben sich mittlerweile 30 Gruppen angemeldet. Beim ganztägigen Familienfest auf dem Stephanplatz werden über 20 Initiativen ihre Arbeit präsentieren, außerdem wird natürlich jede Menge Unterhaltung auf der Bühne (Moderation: Fanny Davis) und drumherum sowie jede Menge Speis und Trank geboten. Das Rahmenprogramm hat schon begonnen und wartet mit knapp 30 Einzelveranstaltungen auf, vom Queergottesdienst bis zum Fußballturnier, vom Kino bis zum Kaffeeklatsch, vom Beauty-Abend bis zum Bingo. Ihr findet das Programm tagesaktuell auf http://www.csd-karlsruhe.de/programm/rahmenprogramm/

Wir sehen uns am Samstag!

Regina Halmich ist Schirmfrau des CSD Karlsruhe 2014

Regina Halmich

Bildrechte: Regina Halmich
Karlsruhes queere Bevölkerung freut sich über prominente Unterstützung im Kampf gegen Diskriminierung: Regina Halmich, langjährige Box-Weltmeisterin aus Karlsruhe übernimmt die Schirmherrschaft des diesjährigen Christopher-Street-Days in der Fächerstadt.

„Minderheiten werden auch in Deutschland noch immer häufig diskriminiert. Akzeptanz kommt aber nicht von selbst, dafür muß man kämpfen. Gerne solidarisiere ich mich deshalb mit Karlsruhes queeren Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Ich freue mich, Schirmfrau des diesjährigen CSDs in meiner Heimatstadt zu sein und beitragen zu können zu einem Klima des offenen Miteinanders und der Akzeptanz“, so Regina Halmich.

Unter dem Motto „Wir gehören dazu. Du auch.“ wird am 31. Mai wieder eine bunte, lautstarke Demoparade durch die Karlsruher Innenstadt ziehen und für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt werben. Neu ist das Familienfest auf dem Stephanplatz, bei dem von 11h bis 22h ein buntes Bühnenprogramm und Kinderunterhaltung etwa durch eine große Hüpfburg geboten werden. Außerdem informieren gut 20 Gruppen und Initiativen über ihre Arbeit.

Jedes Jahr im Sommer nehmen Menschen weltweit die Erinnerung an die „Stonewall Riots“ in der New Yorker Christopher Street vor 45 Jahren zum Anlaß, für die Rechte sexueller Minderheiten auf die Straßen zu gehen.

Regina Halmich war von 1995 bis 2007 Box-Weltmeisterin der Frauen. Sie lebt in ihrer Geburtsstadt Karlsruhe und engagiert sich unter anderem für den Weißen Ring, Terre des Hommes und das Projekt „Patenkinder Matara“. Im vergangenen Sommer wurde sie als eines von sieben Gründungsmitgliedern in die neue International Women’s Boxing Hall of Fame in Fort Lauderdale (USA) aufgenommen.

Wir gehören dazu. Du auch.

Das Motto des diesjährigen CSD Karlsruhe muß von hinten nach vorne gelesen werden. „Wir gehören dazu.“ Wozu? Dazu, wozu auch Du gehörst. Überall dort, wo sich Menschen zusammenfinden, wo Menschen zusammengehören, da gehören auch Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle dazu. Im Sportverein ebenso wie in der Pfarrgemeinde, auf der Arbeit, in der Bahn und beim Flanieren in der Kaiserstraße. In der Moschee, im Staatstheater, auf dem KIT-Campus, in der Hauptschule, im Gemeinderat, im Fächerbad: Wir gehören dazu, so sicher, wie auch Du dazu gehörst.

Eigentlich selbstverständlich. Warum stellen wir das im Jahr 2014 noch in den Mittelpunkt einer politischen Kampagne? Für viele Menschen gibt es „uns“ immer nur woanders. Für viele Menschen sind Lesben solange kein Problem, wie die eigene Tochter einen Freund hat. Schwule im Ballett sind klasse, aber ein schwuler KSC-Spieler ist außerhalb des Vorstellungsvermögens. Und ein schwuler Lehrer? Da bittet man die Schulleitung um ein Gespräch. „Ich habe ja nichts gegen solche, es soll ja jeder leben wie er mag, aber…“ Queere Lebensformen gar als Thema im Unterricht? Nein, das soll lieber alles ganz weit weg bleiben, ganz woanders. Eh man sich’s versieht wird sogar der längst widerlegte, längst überwunden geglaubte Mythos von der „Verführung zur Homosexualität“ wieder aus der Mottenkiste geholt.

Aber: Wir gehören dazu. Du auch. Uns gibt es, mitten im Herzen der Gesellschaft, nicht nur an den Rändern. Uns gibt es als Alte, als Junge, als Arbeiter und Intellektuelle, als Zugezogene und Eingeborene. Als Angepasste und als Auffällige. So bunt wie das Leben, so bunt sind auch wir. Denn wir gehören dazu. Wie Du auch.

Deswegen war es uns ein Herzensanliegen, dieses Jahr nicht nur die Demoparade und die politische Kundgebung, sondern auch das Familienfest auf dem Stephanplatz, mitten in der Karlsruher Innenstadt zu feiern. Als selbstverständlicher Teil unserer Stadt.

P.S.: Ab sofort gibt es die diesjährigen Solidaritäts-Armbänder (in trendigem Dunkelblau), beispielsweise bei unseren Infoständen samstags in der Kaiserstraße.

Karlsruhe wird umgegraben

Als wir 2009 nach zehn Jahren Pause zum ersten Mal wieder eine Demoparade organisieren wollten meinte ein Amt der Stadt Karlsruhe, ob wir nicht bitte erwägen wollten, angesichts der innerstädtischen Baustellensituation den CSD Karlsruhe die nächsten Jahre erstmal lieber in einer anderen Stadt durchzuführen… Und tatsächlich: Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, eine geeignete Paradenroute zu finden. Und das, obwohl unser CSD ja überwiegend aus Fußgruppen besteht und die Fahrzeuge eben wegen der Verkehrssituation maximal 7,5-Tonner sein dürfen.

Aktuell ist nicht nur der Marktplatz unpassierbar, auf dem letztes Jahr noch Regenbogenfahnen hingen, auch die Kaiserstraße in Richtung Herrenstraße wird immer enger. Aber wir werden, in Abstimmung mit Ordnungsamt, Polizei und Verkehrsbetrieben, wieder eine schöne Route einmal quer durch die Innenstadt und zurück für Euch finden. Start und Ziel ist diesmal der Stephanplatz (hinter der Postgalerie, Straßenbahnhaltestelle Europaplatz), wo ja schon ab 11h unser Familienfest stattfinden wird. (Und je unpassierbarer die Fußgängerzone sein wird, desto voller wird der Stephanplatz sein. 🙂 )

Wir machen den Anfang

Mit dem 31.5. sind wir wohl Deutschlands frühester CSD, teilen uns das Datum aber mit Dresden, Düsseldorf und Kiel. Unsere Nachbarn trauen dem Wetter nicht so wie wir: Der CSD Stuttgart ist dieses Jahr am 26. Juli, der CSD Rhein-Neckar (Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg) am 9. August. Wem die Zeit zwischen Karlsruhe und Stuttgart zu lang wird, die oder der kann zum Beispiel noch am 7.7. nach Köln. 🙂

Unsere Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Kinder, Kinder, so ein Fest in der Innenstadt ist schon nochmal eine ordentliche Nummer aufwendiger zu planen. Aber auch eine Demoparade und eine politische Kundgebung brauchen intensive Abstimmung und vielfältige Vorbereitungen. Und wir wollen, daß alles perfekt wird. Wir wollen uns den Karlsruhern von unserer besten Seite zeigen. „Wir gehören dazu. Du auch.“ Sei dabei, mach mit, nimm an der Parade teil, besuche das Fest. Wenn Du in einer Gruppe aktiv bist, dann überred die anderen, auch dabei zu sein und auch etwas zum Rahmenprogramm beizutragen und/oder einen Infostand beim Familienfest zu machen.

Rosa Bällchen

Es sind zwar noch drei Monate bis zum CSD, aber Vorfreuen ist ja erlaubt… Und so freuen wir uns, Euch auf eine Veranstaltung aufmerksam machen zu können, die zugunsten des CSD-Straßenfestes durchgeführt wird: Mit dem „Rosa Bällchen“ präsentieren Chapeau Claque, Rosapark und das Café Prinz-S Karlsruhes erste rosa angehauchte Nach-Faschings-Sitzung.

Am Samstag, den 8. März stehen für Euch Danny Schöner, Tipsy Taylor, Frollein Dörthe, Gordin Rouge, Saphira Blue, Lady Vikki Winchester und Marco auf der Bühne. Durch das Programm führen Fanny Davis und Brigitte Blamage, außerdem werden an diesem Abend die schönsten und phantasievollsten Kostüme prämiert.

Das „Rosa Bällchen“ findet im Akropolis/Zieglersaal, Baumeisterstr. 18 (in der Nähe des Staatstheaters) statt. Einlass ist ab 18:00, ab 19:30 beginnt das Warm Up, das Programm beginnt um 20:30. Der Eintritt kostet 19,50. Karten gibt es im Café Prinz-S, Fasanenplatz (Nähe Haltestelle Durlacher Tor) oder über die Tickethotline unter 07227 992126 sowie per Mail bei info@chapeau-claque.com.

Nochmal: Gegenpetition bitte!

„[Es] fehlt komplett die ethische Reflexion der negativen Begleiterscheinungen eines LSBTTIQ-Lebensstils, wie die höhere Suizidgefährdung unter homosexuellen Jugendlichen, die erhöhte Anfälligkeit für Alkohol und Drogen, die auffällig hohe HIV-Infektionsrate bei homosexuellen Männern […], die deutlich geringere Lebenserwartung homo- und bisexueller Männer, das ausgeprägte Risiko psychischer Erkrankungen bei homosexuell lebenden Frauen und Männern.“ – So steht es in der Petition gegen den neuen Bildungsplan. Und so geht es weiter und weiter und weiter in diesem Text, der vor wenigen Tagen dem Petitionsausschuß des baden-württembergischen Landtags übergeben wurde. Angeblich unterschrieben von 192.438 Unterstützerinnen und Unterstützern, davon 81.998 aus Baden-Württemberg.

Die Gegenpetition wurde bislang bundesweit von nur 89.510 Unterstützerinnen und Unterstützern gezeichnet, davon nur 36.736 aus unserem Bundesland. Die Zeichnungsfrist läuft nur noch 25 Tage.

Wir glauben nicht, daß wir weniger als halb so viele Freundinnen und Freunde mobilisieren können wie die verlogenen homophoben Hetzer. Wir wollen das nicht glauben. Überlegt allein, wie solche Textpassagen auf Menschen im Coming-Out (und ihr Umfeld) wirken müssen. Bitte helft mit, den reaktionären Mob in seine Schranken zu weisen. Zeichnet selbst und informiert Eure Freundinnen und Freunde.

https://www.openpetition.de/petition/online/gegenpetition-zu-kein-bildungsplan-2015-unter-der-ideologie-des-regenbogens“

Meldet Euch an!

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir hoffen, daß Euch der CSD Karlsruhe schon letztes Jahr gefallen hat, aber 2014 wird er noch viel sichtbarer im Herzen der Fächerstadt: Diesmal beginnt und endet die Parade direkt am Ort unseres ganztägigen Familienfestes am Stephanplatz (hinter der Postgalerie). Denn Sichtbarkeit ist ja der ganze Witz an einem CSD, Sichtbarkeit für unsere Forderungen, aber auch Sichtbarkeit der LSBTTIQ-Community selbst als Teil der Stadt.

Deshalb heißt es schon am 31. Mai „Wir gehören dazu. Du auch.“

Wir sind angewiesen auf Eure Teilnahme, auf Euer Engagement für Karlsruhes CSD!

  • Nehmt an der Demoparade teil. Egal ob als Zweipersonen-Fußgruppe oder mit einem buntgeschmückten LKW, Hauptsache die Parade ist lang und laut. (Einzige Einschränkung: Mehr als 7,5 Tonnen passen nicht durch die Baustellen-Hauptstadt.)
  • Macht einen Infostand beim Familienfest. Den Stand müßt Ihr selbst mitbringen, die Standfläche kriegt Ihr kostenlos von uns – aber nur, solange der Platz reicht. Allerspätester Anmeldetermin ist hier der 15. Mai, damit wir den Platz optimal gestalten können.
  • Füllt unser Rahmenprogramm. Das ehrenamtliche Team des CSD-Vereins kümmert sich um den 31., um Demoparade, Kundgebung und Fest. Aber ein CSD ist mehr als das. Ein CSD bedeutet wenigstens zwei Wochen lang Programm! Bitte überlegt, in welcher Form Ihr Euch in unser gemeinsames Rahmenprogramm einbringen könnt. Zeigt den anderen Gruppen und der Bevölkerung der Stadt, daß es Euch gibt. Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit sind Euch garantiert.

Je früher Ihr Euch anmeldet, desto länger steht Ihr auch auf unseren Webseiten… 🙂

http://www.csd-karlsruhe.de/mitmachen/anmeldung/

  • Sponsoring, Spenden: Der CSD braucht Öffentlichkeit. Wir wollen, daß jede und jeder in Karlsruhe weiß, wann unsere Demoparade und unser Fest stattfinden. Wir wollen, daß die Straßen voller Menschen sind, wenn wir vorbeiziehen. Dazu braucht es Werbung. Werbung kostet Geld. Wenn Ihr uns unterstützen könnt, dann schaut mal hier: http://www.csd-karlsruhe.de/mitmachen/spenden/. Wenn Ihr Euch für ein Sponsoring interessiert, dann schreibt uns bitte an kontakt@csd-karlsruhe.de.

Wir sehen uns (spätestens) am 31. Mai!

Queere Szene will sichtbarer werden

Karlsruhe hat eine breite queere Subkultur. Drei Chöre, ein Sportverein mit über 300 Mitgliedern, ein Filmfestival, Gottesdienste, eine Jugendgruppe, mehrere Selbsthilfetreffs, Travestie, Partys – um nur einiges zu nennen. Nur: Die meiste Zeit des Jahres werkelt jede/r für sich, gemeinsam treten die Initiativen und Einrichtungen nur beim Christopher-Street-Day in Erscheinung.

Um die Vernetzung zu verbessern und die Sichtbarkeit zu erhöhen rief der CSD-Verein zusammen mit dem Szenetreff Prinz-S nun vergangenen Montag, 13. Januar alle Engagierten zu einem Neujahrsempfang unter dem Patronat des Oberbürgermeisters Dr. Frank Mentrup zusammen.

Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. „Das Bistro Prinz-S war gerappelt voll“, freut sich das Organisationsteam. „Viele Gruppen sind miteinander in’s Gespräch gekommen. Pläne für gemeinsame Aktionen und Ideen für das Rahmenprogramm des diesjährigen CSDs am 31.5. sind entstanden.“ Die Veranstalter/innen beabsichtigen, künftig jedes Jahr zu einem solchen Treffen zu laden. Die aktuelle Debatte um die künftigen Lehrpläne an den Schulen des Landes zeige überdeutlich, daß es noch viel zu tun gäbe. Man wolle nicht nur einmal im Jahr als Farbtupfer in der Stadt toleriert werden, sondern als gleichwertiger Teil der Gesellschaft, als Bürgerinnen und Bürger Karlsruhes akzeptiert werden. „Wir gehören dazu. Du auch.“ – so auch das diesjährige CSD-Motto.

Jährlich im Sommer gedenken Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle des homosexuellenaufstands in der New Yourker Christopher Street am 28. Juni 1969 und veranstalten in vielen Ländern der Erde Demonstrationen, Kundgebungen und bunte Paraden, um auf die noch immer bestehenden Diskriminierungen sexueller Minderheiten hinzuweisen.

CSD 2014 mit Familienfest

Bunt und laut wird es am 31. Mai werden, wenn wieder Christopher-Street-Day in Karlsruhe ist. Unter dem Motto „Wir gehören dazu. Du auch.“ findet 2014 erstmals zusätzlich zu Demoparade und politischer Kundgebung ein ganztägiges Familienfest auf dem Stephanplatz statt.

„So sind wir noch sichtbarer als Teil der Stadt“ freut sich der Vereinsvorstand und hofft auf regen Zulauf und viele gute Gespräche an den Informationsständen. Auch für ein buntes Bühnenprogramm und extra Kinderunterhaltung sowie natürlich ein breites Angebot an Speis und Trank ist gesorgt.

Der CSD Karlsruhe e.V. richtet jährlich den Christopher-Street-Day in Karlsruhe aus. Bei diesen Veranstaltungen erinnern Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle weltweit an einen Homosexuellenaufstand im Juni 1969 in New York und treten gegen Unterdrückung und Homophobie in ihren vielfältigen Formen ein.

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