Beamtenstadt erwartet Homosexuellen-Demonstration

Am ersten Juni-Samstag wird es wieder bunt und laut in Karlsruhe, wenn eine farbenfrohe Demoparade von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen und ihren Freundinnen und Freunden durch die Innenstadt zieht. Das diesjährige Motto „Liebe. Mit Recht.“ bezieht sich auf das Karlsruher Bundesverfassungsgericht: In den letzten Jahren prangerte das höchste deutsche Gericht wiederholt die Diskriminierung von Homosexuellen an.

Die Parade endet mit einer politischen Kundgebung am Friedrichsplatz. Anschließend haben alle Interessierten bei einem Hoffest die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Gruppen und Initiativen der regionalen queeren Szene zu informieren. Das von der Travestiegruppe Chapeau-Claque moderierte Bühnenprogramm verspricht gute Unterhaltung. Auch für ein umfangreiches Angebot an Speisen und Getränken ist gesorgt. Schon ab Mitte Mai finden zahlreiche Veranstaltungen, vom „Queergottesdienst“ über eine Radwanderung bis zur Fetischparty, statt. Wer das Programm noch bereichern möchte, findet auf der Website des CSD Karlsruhe alle Informationen und das Anmeldeformular.

In zahlreichen Städten Deutschlands veranstalten jährlich im Sommer Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle sogenannte Christopher-Street-Days. In der New Yorker Christopher Street setzten sich 1969 Homosexuelle gegen Razzien und Willkür der Polizei zur Wehr. Es kam zu tagelangen Krawallen und in der Folge zur Gründung homosexueller Aktionsbündnisse in vielen Ländern der Erde. Daher gilt dieser Vorgang als Keimzelle der modernen Homosexuellenbewegung.

In Karlsruhe kam es nach mehreren Demonstrationen in den 80ern im Jahr 1999 zum ersten Christopher-Street-Day. Erst 2010 wurde diese Tradition fortgesetzt, durch einen Demonstrationszug zur Öffnung aller standesamtlichen Säle für homosexuelle Paare. Im vergangenen Jahr nahmen etwa 1.000 Personen an der Demoparade teil.

French