Verliebt, verlobt, verfolgt.

Südafrika

Mord an Lesbe Noxolo Nogwaza

Noxolo Nogwaza wurde in den frühen Morgenstunden des 24. April 2011 getötet, als sie sich nach einem Abend mit Freund_innen auf dem Weg nach Hause befand. Die 24-Jährige wurde vergewaltigt und mehrfach geschlagen – allem Anschein nach, weil sie lesbisch war.
Trotz drohender Gewalt, Schikane und Drangsalierung setzte sich Noxolo Nogwaza für LGBTI-Rechte in Südafrika ein und versteckte ihre Sexualität nicht. Sie war ein aktives Mitglied des lokalen Ekurhuleni Pride Organising Committee, einer Organisation, die sich für die Rechte von LGBTI und gegen Hassverbrechen, Schikane und Unrecht einsetzt.
Menschen werden in Südafrika noch immer häufig wegen ihrer Geschlechterrolle oder ihrer mutmaßlichen sexuellen Orientierung angegriffen und brutal ermordet. Besonders oft kommt es zu derartigen Vorfällen in den Townships und ländlichen Gegenden. Seit dem Tod von Noxolo Nogwaza sind mindestens 18 weitere LGBTI getötet worden.
Werde aktiv! Schreibe einen Brief an den Leiter der Polizeiwache des Townships Tsakane!
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Bangladesch

Brutaler Mord an LGBTI-Aktivisten Xulhaz Mannan

Am 25. April 2016 wurden die LGBTI-Aktivisten Xulhaz Mannan und Mahbub Rabbi Tonoy brutal von Angehörigen der Gruppierung Ansar Al-Islam ermordet, einer bangladeschischen bewaffneten Islamistentruppe, die nach eigenen Angaben Verbindungen zu Al Qaeda hat. Ein Jahr später und trotz der überwältigenden Beweislage in dem Fall wurde noch niemand wegen der brutalen Morde angeklagt.
Xulhaz und Mahbub waren beide maßgeblich an der Einführung und der Herausgabe von Bangladeschs erstem und einzigem Magazin für LGBTI-Themen „Rupban“ (auf Deutsch etwa „gut aussehend“) beteiligt.
Die Morde sind ein massiver Rückschritt für die LGBTI-Gemeinde. Obwohl gleichgeschlechtliche Beziehungen weitgehend verpönt und nach bangladeschischem Recht illegal sind, hatten öffentliche Kampagnen der LGBTI-Gemeinde zuletzt eine wachsende Akzeptanz von LGBTI bewirkt.
Werde jetzt aktiv und schicke den Brief an den Innenminister von Bangladesch! Fordere die Aufklärung des brutalen Mordes an Xulhaz Mannan.
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Taiwan

Unnötige Operationen an Intersex*Menschen

Hiker Chin hat erst mit 42 Jahren herausgefunden, dass er/sie eine intergeschlechtliche Person ist. Er/sie gründete die „Organization Intersex International“, um Wissen und Akzeptanz von intergeschlechtlichen Personen in Taiwan zu fördern.
„Ich fühlte mich ständig seltsam, besonders während der Pubertät, als meine biologischen Veränderungen anders als die von den anderen Mädchen waren. Meine Mutter hat mir nur erzählt, dass ich mit „zwei Sätzen“ geboren wurde. In meinem Tagebuch aus der Grundschule schrieb ich, dass ich mich wie ein Monster fühlte. Ich wollte kein Monster sein.“
Als die westliche Medizin in den 1950ern erstmals in Taiwan angewandt wurde, gab es das Konzept, intergeschlechtliche Babies vor dem zweiten Lebensjahr zu operieren. Intergeschlechtliche Personen sind beinahe komplett aus der Gesellschaft „eliminiert“.
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Südkorea

„Ich glaube, dass die koreanische Regierung und Gesellschaft versucht, unsere Existenz auszulöschen.“

J wusste, dass sie eine Lesbe ist, bevor sie überhaupt den Begriff kannte. Jetzt, im Alter von 27 Jahren, hat sie sich gegenüber ihren engen Freunden, aber nicht ihrer Familie gegenüber geoutet, da sie nicht möchte, dass ihre Familie und Angehörige davon erfahren.
J arbeitet für eine koreanische Non-Profit-Organisation und hat ihre Partnerin vor zwei Jahren dort bei einem Kurs an der Akademie für SOGI (Sexual Orientation and Gender Identity) kennen gelernt.
„Ich glaube, dass die koreanische Regierung und Gesellschaft versucht, unsere Existenz auszulöschen. Wir haben keine gleichgeschlechtliche Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft, sodass LGBTI-Paare keine Unterstützung oder Schutz von der Regierung erhalten, auch wenn sie seit langer Zeit zusammen wohnen.“
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Finnland

Reformen nötig für Trans*Menschen

„Mein Name ist Sakris Kupila. Ich bin ein 21-jähriger Medizinstudent aus Finnland. Ich war noch ein Teenager, als ich erkannte, dass ich transgender bin, also das Geschlecht, was mir bei der Geburt zugeschrieben wurde, nicht die Wahrheit über mich aussagt.
Das gegenwärtige Gesetz zur Anerkennung des legalen Geschlechts verlangt jedoch, dass eine Person über 18 Jahre alt sein muss und sich einer psychiatrischen Diagnose stellen soll. Außerdem muss die Person sterilisiert oder unfruchtbar sein. Ich bin nicht unfruchtbar und ich will es nicht sein.
Ich wusste nun, dass ich, wenn es nach der Regierung geht, nicht das Recht haben darf, Kinder zu bekommen. Es fühlte sich furchtbar an. Ich fühlte mich fremdartig, wie ein Freak. Ich fühlte mich als Unmensch kategorisiert aufgrund meiner Geschlechtsidentität. Ich fühlte mich krank.“
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Japan

Hoffnung auf die homosexuelle Ehe

Soshi Matsuoka befindet sich im letzten Jahr seines Studiums in Tokio. Darüber hinaus wirkt er als Schriftsteller und hält Vorträge und Seminare zu LGBT Themen in Schulen, um Menschen ein tieferes Verständnis zu vermitteln.
„Während ich zur Junior High School ging, erkannte ich, dass ich schwul bin. Aufgrund der gesellschaftlich akzeptierten Vorstellung, dass Männer sich von Frauen angezogen fühlen, machte es mich etwas unsicher.
Es wäre großartig, wenn es ein grundlegendes Antidiskriminierungsgesetz gäbe, sodass Menschen bei der Arbeitssuche oder in anderen Situationen nicht mit Vorurteilen konfrontiert werden. Darüber hinaus hat jeder verschiedene Auffassungen über die Institution der Ehe und ich denke, es ist nicht gerecht, dass heterosexuelle Paar heiraten können, homosexuelle Paare aber nicht. Ich hoffe, dass die homosexuelle Ehe in der Zukunft anerkannt wird.“
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Mexiko/Mittelamerika

Behörden geben LGBTI-Geflüchteten keinen Rückhalt

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*- und Intersex Personen (LGBTI) aus dem gewaltbeherrschten El Salvador, Guatemala und Honduras sind einem hohen Sicherheitsrisiko ausgesetzt, da die Behörden in ihren Ländern sie nicht schützen. Sie müssen aus ihren Ländern fliehen und sind in Mexiko weiteren Gefahren ausgesetzt.
Carlos aus Honduras musste nach Mexiko fliehen, nachdem er von einer kriminellen Gang angegriffen und mit dem Tod bedroht wurde, weil er schwul ist. Er sagte gegenüber Amnesty International: „Ich habe nie versucht, [die Übergriffe] zu melden, wegen dem, was einigen Freunden passiert ist. Nachdem ein Freund von mir eine Anzeige erstattet hatte, gingen diejenigen, die die Straftat begangen hatten, zu seinem Haus, um ihn zu holen. Deshalb ist er nach Mexiko geflohen. Ein anderer Freund wurde getötet, direkt nachdem er bei der Polizei war.“

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Indonesien

Öffentliche Folter von Trans-Frauen

Die Polizei in Nord-Aceh hat am 27. Januar zwölf vermeintlich trans-Frauen willkürlich festgenommen, gedemütigt und gefoltert. Sie wurden zwar am folgenden Tag wieder freigelassen, sind jedoch schwer traumatisiert, einige haben ihre Arbeit verloren und andere sahen sich aus Angst um ihre Sicherheit zur Flucht gezwungen.
Statt den Betroffenen Unterstützung anzubieten, sagte der Gouverneur von Aceh, Irwandi Yusuf, öffentlich, dass er die Polizeidurchsuchungen gegen Trans-Frauen unterstützt habe. Bei einer Demonstration gegen LGBTI am 2. Februar sagte der Gouverneur: „Wir haben nichts gegen Lesben, Schwule und Bisexuelle, aber wir hassen ihr Verhalten.“
Das am 27. September 2014 vom Parlament in Aceh verabschiedete Islamische Strafgesetzbuch von Aceh sieht bis zu 100 Stockhiebe als Strafe für gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen und voreheliche und andere außereheliche sexuelle Beziehungen vor.
Setz dich jetzt für Transgender in Indonesien ein!
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Belarus

Kein Schutz für LGBTI-Aktivist_innen

Diskriminierung, Homosexuellenfeindlichkeit und das scharfe Vorgehen Russlands gegen „nicht-traditionelle“ sexuelle Beziehungen haben in Teilen der ehemaligen Sowjetunion zu besorgniserregend starker Feindseligkeit gegenüber Personen und Gruppen geführt, die sich für LGBTI-Rechte stark machen, so auch in Belarus.
Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Belarus nicht mehr strafbar. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgeschlechtliche und Intergeschlechtliche (LGBTI) sowie Aktivist_innen, die sich für LGBTI-Rechte stark machen, sind jedoch Stigmatisierung, Diskriminierung und der Gefahr von Übergriffen ausgesetzt. Es existiert keine anti-diskriminierende Gesetzgebung, die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität umfasst. Polizeikräfte reagieren oft nicht, wenn LGBTI-Personen angegriffen werden oder stellen bei Übergriffen keine weiterführenden Ermittlungen an. Belarussische politische Persönlichkeiten haben zu Feindseligkeit und Diskriminierung in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität angestiftet.
Unterzeichne jetzt unsere Petition an den Präsidenten von Belarus und fordere darin den umfassenden Schutz von LGBTI Menschen in Belarus!
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USA/Ghana

Urgent Action: Keine Abschiebung!

Sadat I. (31 J.) flüchtete vor den schwulenfeindlichen Angriffen einer kriminellen Gruppe aus Ghana und wird in den USA in Haft gehalten, seit er dort im Januar 2016 Asyl beantragte. Die US-Behörden haben vor, Sadat I. nach Ghana abzuschieben.

Doch dort drohen ihm Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei und die Gruppen, vor denen er flüchtete. Sadat I. muss bis zur Entscheidung über seinen Asylantrag umgehend unter Auflagen freigelassen werden und darf unter keinen Umständen nach Ghana abgeschoben werden.
Homosexualität ist in Ghana bis heute ein Verbrechen und die Polizei geht gegen Angriffe gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI) regelmäßig nicht vor. Trotz des Nachweises, dass Sadat I. bei der Rückkehr nach Ghana weiterhin verfolgt, inhaftiert und mit dem Tode bedroht würde, haben die US-Behörden ihm die Freilassung unter Auflagen verweigert und streben seine Abschiebung an. Sie begründen dies mit der Angabe, er habe nicht nachgewiesen, dass er in Ghana weiterhin bedroht sei.
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