CSD auf Französisch: Straßburger „Festigays“ feiern Regenbogenfest zum zehnten Mal

Nach ‚unserem‘ CSD in Karlsruhe laufen in den benachbarten Großstädten Saarbrücken und Stuttgart die Vorbereitungen schon auf Hochtouren. Wer über den Tellerrand schaut, entdeckt am anderen Ufer des Rheins schnell noch eine weitere Großveranstaltung unter dem Regenbogen-Banner. Das Kollektiv „Festigays“ veranstaltet am 16. Juni 2012 bereits zum zehnten Mal die „Marche des Visibilités“ („Marsch/Parade der Sichtbarkeit“). Eingebettet ist die Parade ähnlich wie bei deutschen CSDs in eine Veranstaltungswoche – die „Semaine de la Visibilité“ („Woche der Sichtbarkeit“).

Die bunte Parade startet um 14 Uhr an der Place de l’Université und führt einmal durch die Innenstadt, um gegen 17 Uhr am Startpunkt zu enden. Hier wird dann das „Village des Visibilités“, das Dorf der Sichtbarkeiten anschließen. Hier warten Informationsstände, ein Podium mit Redebeiträgen bekannter Persönlichkeiten und natürlich Getränke auf die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Tanzen bis in die frühen Morgenstunden ist ab 22 Uhr in der „Laiterie“ möglich, die sich in der Nähe befindet.

Die Festigays sind der Dachverband der Straßburger LGBT-Gruppen. Der CSD ist die größte Veranstaltung des Vereins. Zum zehnjährigen Jubiläum blicken die Festigays in diesem Jahr auf ihre bisherige Arbeit zurück: Was haben Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle schon erreicht? Wofür muss weiter gekämpft werden? Als größten Erfolg verweisen auch die französischen Homosexuellen auf eine Art Eingetragene Lebenspartnerschaft (P.A.C.S. = pacte administratif et civile de solidarité), die u.a. sogar die gemeinsame Versteuerung der Lebenspartner ermöglicht.

Zentrale Punkte der Gleichberechtigung sind nach Meinung der Festigays die Anpassung des Adoptionsrechts, das auch in Frankreich auf heterosexuelle Paare oder Einzelpersonen ausgelegt ist, und die Rechte von Transgendern. Grund genug, weiter zu kämpfen, aber im Rückblick auf Erreichtes auch Anlass zu feiern – und bevor es in Saarbrücken (22.07.) und Stuttgart (28.07.) weiter geht – warum eigentlich nicht Station machen in Straßburg!?

Alle Infos (auf Französisch) auch auf http://www.festigays.net/

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