Motto 2020: Queer enough! United we stand.

Der Zusammenhalt für die queere Community, sowie zwischen allen weiteren von Feindlichkeiten betroffenen Gruppen ist wichtiger denn je. Dies wollen wir vom CSD Karlsruhe 2020 mit diesem Motto betonen.

Gemeinsam als queere Community haben wir schon viel erreicht. Seit 1997 ist gleichgeschlechtlicher Sex nicht mehr strafbar, und seit 2016 ist die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare zugänglich. Diese Siege haben wir uns gegen konservative und reaktionäre Teile der Politik und Gesellschaft hart erkämpfen müssen. In den letzten 2 Jahrzehnten, wie auch schon in der Zeit davor, ist die gesellschaftliche Akzeptanz durch unser selbstbewusstes und sichtbares Auftreten zwar gestiegen, allerdings befinden wir uns gerade in einer Wende. In einer Zeit, in der der US-Präsident trans* Soldat*innen ausschließen möchte, die Medien in Großbritannien eine moralische Panik vor trans* Personen verbreiten, Lesben und Schwule in Russland in den Untergrund gedrängt werden und auch in Deutschland eine rechtsradikale Partei am erstarken ist, ist es umso wichtiger, weiter füreinander einzutreten, weiter als Community gemeinsam für unsere Rechte zu kämpfen. Denn das bereits Erreichte kann uns jederzeit wieder weggenommen werden, und wir haben noch längst keine Gleichberechtigung erreicht.

Das Motto besteht aus zwei Teilen. Mit dem ersten Teil, „Queer enough!“, wollen ein für alle Mal sagen: Queer sein ist ein weites Spektrum! Eine lesbische Frau ist genauso queer wie eine trans* Person, ein asexueller cis Mann oder eine bisexuelle Frau. Auch wollen wir klarstellen, dass wir Ausgrenzung aus anderen Gründen nicht akzeptieren wollen, und wer ein Problem mit einer bestimmten queeren Identität hat oder findet, das manche Identitäten nicht auf den CSD gehören, ist hier nicht willkommen.

Mit dem zweiten Teil, „United we stand.“, wollen wir nochmal explizit klarstellen, dass wir zusammenhalten müssen. Dieses „wir“ bezieht sich dabei einerseits auf die queere Community, die nur dann gemeinsam weiterhin Fortschritte erreichen kann, wenn wir füreinander eintreten, auch wenn die eigenen Ziele rechtlich bereits erreicht scheinen. Unser Schicksal in einer cisheteronormativen Welt hängt zusammen, und nur wenn wir diese Normativität gemeinsam vollständig aufbrechen, werden wir wirklich frei sein können. Und auch um sichtbar zu sein müssen wir gemeinsam auftreten.

Außerdem wollen wir mit „United“ auch explizit ausdrücken, dass Ausgrenzungserfahrungen, Gewalt sowie rechtliche und medizinische Diskriminierung nicht nur die queere Community betreffen. Auch andere Minderheiten werden durch das Erstärken rechtsradikaler Kräfte bedroht. Hier sind insbesondere Personengruppen zu nennen die von Rassismus, religionsbezogenem Hass, Altersdiskriminierung, Sexismus, Bodyshaming oder Behindertenfeindlichkeit betroffen sind. Dabei wollen wir auch nicht vergessen, dass alle diese Diskriminierungsformen auch queere Menschen treffen können, und das auch als sehr komplexe Mehrfachdiskriminierung.

Lasst uns also am 06.06.2019 gemeinsam unsere Vielfalt freiern, als queere Community sichtbar werden und weiterhin füreinander und für eine bessere Gesellschaft einstehen!

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

French