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CSD Karlsruhe 2012 hat zwei Schirmfrauen

ANA & ANDAHerr Kretschmann ist abgelöst! Nein, nicht in Stuttgart, aber beim CSD Karlsruhe. Hatte er noch im letzten Jahr die Schirmherrschaft des CSD übernommen, so treten seine Nachfolge in diesem Jahr gleich zwei Schirmfrauen an.

Das Karlsruher Künstlerduo ANA & ANDA setzt sich seit vielen Jahren für Menschenrechte und Gleichberechtigung ein. Daher passen ANA & ANDA und das CSD-Motto „Liebe. Mit Recht.“ perfekt zusammen, finden sowohl wir, als auch die neuen Schirmfrauen selbst.

Seit über zehn Jahren sind ANA & ANDA beruflich wie privat ein Paar. Mit ihrer Musik und Bühnenkunst engagieren sie sich für Gleichberechtigung, Demokratie und Umweltschutz. Ihr Eintreten für diese Werte unterstreichen die beiden auch abseits des Scheinwerferlichts: Mit ihrem eigenen Bio-Textillabel setzen sie Akzente, und ihr Kursangebot umfasst Schreib- und Theaterkurse für alle Altersgruppen.

Mit ihrem Blogbeitrag, in dem sie kritisieren, wie oberflächlich die Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren gerade in Karlsruhe immer noch ist, machten ANA & ANDA das CSD-Team auf sich aufmerksam. Unser Angebot, Schirmfrauen zu werden, nahm das Künstlerinnenpaar prompt an: „Wir sind sehr gerne bereit, die ‚Schirmfrauschaft‘ des diesjährigen CSD zu übernehmen und ihr könnt sicher sein, dass wir ein bisschen mehr tun werden, als nur unseren Namen dafür herzugeben!“, versprechen sie uns.

Und genauso schnell, wie sie Schirmfrauen des CSD Karlsruhe 2012 wurden, machten sie sich auch gleich ans Werk und schrieben uns ein Grußwort.

Wir danken ANA & ANDA für die Übernahme dieser Aufgabe und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit beim diesjährigen CSD!

Beamtenstadt erwartet Homosexuellen-Demonstration

Am ersten Juni-Samstag wird es wieder bunt und laut in Karlsruhe, wenn eine farbenfrohe Demoparade von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen und ihren Freundinnen und Freunden durch die Innenstadt zieht. Das diesjährige Motto „Liebe. Mit Recht.“ bezieht sich auf das Karlsruher Bundesverfassungsgericht: In den letzten Jahren prangerte das höchste deutsche Gericht wiederholt die Diskriminierung von Homosexuellen an.

Die Parade endet mit einer politischen Kundgebung am Friedrichsplatz. Anschließend haben alle Interessierten bei einem Hoffest die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Gruppen und Initiativen der regionalen queeren Szene zu informieren. Das von der Travestiegruppe Chapeau-Claque moderierte Bühnenprogramm verspricht gute Unterhaltung. Auch für ein umfangreiches Angebot an Speisen und Getränken ist gesorgt. Schon ab Mitte Mai finden zahlreiche Veranstaltungen, vom „Queergottesdienst“ über eine Radwanderung bis zur Fetischparty, statt. Wer das Programm noch bereichern möchte, findet auf der Website des CSD Karlsruhe alle Informationen und das Anmeldeformular.

In zahlreichen Städten Deutschlands veranstalten jährlich im Sommer Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle sogenannte Christopher-Street-Days. In der New Yorker Christopher Street setzten sich 1969 Homosexuelle gegen Razzien und Willkür der Polizei zur Wehr. Es kam zu tagelangen Krawallen und in der Folge zur Gründung homosexueller Aktionsbündnisse in vielen Ländern der Erde. Daher gilt dieser Vorgang als Keimzelle der modernen Homosexuellenbewegung.

In Karlsruhe kam es nach mehreren Demonstrationen in den 80ern im Jahr 1999 zum ersten Christopher-Street-Day. Erst 2010 wurde diese Tradition fortgesetzt, durch einen Demonstrationszug zur Öffnung aller standesamtlichen Säle für homosexuelle Paare. Im vergangenen Jahr nahmen etwa 1.000 Personen an der Demoparade teil.

Motto gefunden!

„Liebe. Mit Recht.“ – unter diesem Motto wird am Samstag, den 2. Juni wieder eine bunte Demoparade von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen sowie ihren Freunden durch Karlsruhe ziehen. Dieses Motto greift Karlsruhes Selbstverständnis als Residenz des Rechts auf. Nicht wenige Rechte mussten sich Deutschlands Homosexuelle erst vor dem Bundesverfassungsgericht erstreiten. Die Veranstalter hoffen, dass zahlreiche Interessierte und Gruppen der Einladung zum „Gang nach Karlsruhe“ folgen werden.

Kern des Karlsruher Christopher Street Day 2012 wird am ersten Samstag im Juni die Demoparade durch die Innenstadt sein. Den Abschluss bildet eine politische Kundgebung auf dem Friedrichsplatz. Anschließend sind alle eingeladen, auf das Hoffest in die Pfannkuchstraße zu kommen, dort erwartet die Besucherinnen und Besucher ein buntes Bühnenprogramm . Hier präsentieren sich auch verschiedene Gruppen und Initiativen mit Infoständen. Abends schließt sich direkt vor Ort die beliebte Szeneparty „Rosapark“ an. Das Motto wurde von der Jury aus einer Vielzahl von Einsendungen ausgewählt. „Es passt einfach zur Stadt Karlsruhe, Sitz von Bundesverfassungsgericht und Bundesgerichtshof.“, so ein Jurymitglied. „Und es sagt kurz und knapp, um was es uns geht: Liebe – und das mit Recht!“

Mit dem Christopher Street Day demonstrieren Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle in vielen Städten über den ganzen Sommer hinweg für ihre volle Gleichberechtigung überall auf der Welt. In vielen Ländern drohen Menschen, die von der heterosexuellen Norm abweichen, langjährige Haftstrafen oder sogar der Tod. Auch in Europa besteht noch Handlungsbedarf. Auf deutschen Schulhöfen ist „schwul“ mittlerweile das häufigste Schimpfwort – und auch in Deutschland kommt es regelmäßig zu Gewalt gegen Homosexuelle. Von einem normalen Miteinander ist man auch hierzulande teilweise noch weit entfernt.

Der CSD Karlsruhe soll einen Beitrag dazu leisten, die Vielfalt menschlichen Miteinanders in ihrer ganzen Buntheit zu zeigen und für Toleranz und Akzeptanz zu werben.

Tausend bei Parade

Bei strahlendem Sonnenschein setzten sich am Samstagnachmittag zwanzig Fußgruppen und sechs Fahrzeuge vom Friedrichsplatz aus in Bewegung zu einer knapp zweistündigen bunten, lautstarken, fröhlichen Parade durch die Karlsruher Innenstadt. Viele Schaulustige schlossen sich spontan dem Zug an, so daß am Ende etwa tausend Personen wieder zum Friedrichsplatz zurückkehrten.

Bei der anschließenden Kundgebung verlas Stadtrat Alexander Geiger (Bündnis 90 / Die Grünen) das Grußwort des Schirmherrn, Ministerpräsident Winfried Kretschmann und richtete selbst einige Worte an die Anwesenden. Nach ihm sprach Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke), Daniel Melchien (SPD), Christian Schwarz (Piratenpartei), Stadtrat Jürgen Wenzel (Freie Wähler) und Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny (FDP). Tenor der Kundgebung war, daß es gerade in Baden-Württemberg nocht einiges zu tun gibt bis zur vollen Gleichberechtigung der Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen. Aber auch nationale Themen wie die Ergänzung des dritten Grundgesetzartikels um ein Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Identität. kamen nicht zu kurz.

Beim gut besuchten Hoffest informierten 14 Gruppen, Initiativen und Parteien über ihre Arbeit, während die drei Chöre „Schrillmänner“, „WEIBrations“ und „Queerbeet-Chor“ sowie Künstlerin Anica und Sänger Rico el Torro das von der Travestiegruppe „Chapeau Claque“ moderierte Bühnenprogramm bestritten.

Für die Organisatoren steht schon heute fest: Künftig soll es in Karlsruhe jedes Jahr einen Christopher-Street-Day geben. Mit sogenannten „CSDs“ erinnert die queere Community alljährlich an den Beginn der jüngeren Homosexuellenbewegung im Jahr 1969 in der New Yorker Christopher Street. Während etwa Mannheim und Stuttgart schon einige Zeit jährlich zum großen Spektakel laden, fand in Karlsruhe der vorletzte CSD bereits im Jahr 1999 statt.

Schirmherr: Kretschmann!

Ministerpräsident Winfried Kretschmann persönlich übernimmt die Schirmherrschaft über den CSD Karlsruhe 2011: Unter dem Motto „Bekenn‘ Farbe: Zeig Dich!“ werden am 4. Juni ab 14h über 20 Gruppen durch die Karlsruher Innenstadt ziehen und gegen Diskriminierung gleichgeschlechtlich Liebender demonstrieren.

Demoparade und politische Kundgebung sind der Höhepunkt des Christopher-Street-Day, den die Karlsruher das ganze Himmelfahrts-Wochenende (1.-5.6.) zelebrieren. Das Rahmenprogramm ist breit angelegt und beinhaltet unter anderem ein Hoffest, eine Radtour, Filmvorführungen, einen Gottesdienst und natürlich jede Menge Partyspaß.

Der Familienvater und praktizierende Katholik Winfried Kretschmann setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte von Lesben und Schwulen ein und schrieb deswegen sogar schon einen Brief an den Papst. Der grün-rote Koalitionsvertrag hat ein eigenes Kapitel „Lesben und Schwule: Gleiche Pflichten – gleiche Rechte“, in dem ein „landesweiter Aktionsplan für Toleranz und Gleichstellung“ gefordert wird. Baden-Württemberg, bis eben noch bundesweites Schlußlicht bei der rechtlichen Gleichstellung homosexueller Partnerschaften, soll ein „neues, tolerantes Gesicht“ erhalten, so der Koalitionsvertrag.

Karlsruhe hat wieder einen CSD!

War es letztes Jahr noch eine wütende Demonstration mit Trillerpfeifen und Transparenten, soll es dieses Jahr genauso laut, aber auch viel bunter werden: Am 4. Juni ist CSD in Karlsruhe. Ab 14:00 Uhr zieht eine Demoparade durch die Fächerstadt. Anschließend findet ein Fest statt vor dem Nachtwerk mit Bühnenprogramm sowie Speis und Trank, bei dem sich Gruppen und Initiativen mit Ständen präsentieren können. Am späteren Abend schließt sich an das Fest direkt vor Ort die Kultparty Rosapark an.

Am ganzen verlängerten Wochenende (Christi Himmelfahrt) wird es ein Rahmenprogramm zum CSD in Karlsruhe geben. So lädt die Queerbeet Hochschulgruppe bereits am Freitagabend zur Warm-Up-Party auf den Unicampus, und den Abschluss der Festtage bildet ein Queergottesdienst am Sonntagabend. Orte und Zeiten aller Einzelveranstaltungen können immer aktuell unter www.csd-karlsruhe.de eingesehen werden.

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