Autor: CSD Web-Team

Wie komm‘ ich da denn hin? – Anfahrt zum CSD Karlsruhe

Nicht jede/r wohnt am Friedrichsplatz oder am Nachtwerk. Wer Karte, Kompass und Navi beim CSD schonen möchte, erhält hier eine hochoffizielle Anfahrtsbeschreibung:

Parade und Kundgebung finden am Friedrichsplatz statt.
Mit der Stadtbahn oder Tram fahrt ihr aus allen Richtungen bis zum Marktplatz.
Vom Bahnhof kommen die Linien mit grünem oder violettem Signet in Frage:

S1/S11 in Richtung Neureut bzw. Hochstetten,

S4 in Richtung Heilbronn,

S41 in Richtung Marktplatz bzw. Karlsruhe Tullastr.,

Tram 6 in Richtung Daxlanden bzw. Rappenwört.

(Faustregel für die Fahrtrichtung: Fahren diese Linien vom Bahnhof aus gesehen von den ersten beiden Gleisen ab, geht es in die richtige Richtung.)

Autofahrer fahren von der Autobahn über Karlsruhe-Mitte in Richtung „Kongresszentrum“. Auf der Ettlinger Straße (Vorsicht, Baustellen!) am „Queens-Hotel“, dem Roten Kreuz und der „Volkswohnung“ vorbei bis zur großen Kreuzung am Ettlinger-Tor-Platz. Dort links in die Kriegsstraße abbiegen.
Zum Parken: Entweder direkt rechts ins Parkhaus „Ettlinger Tor Center“ abbiegen oder die zweite Straße rechts (Ritterstraße) nehmen. Einige hundert Meter geradeaus, zwei Straßen überqueren, und ihr kommt zur Parkgarage am Friedrichsplatz. Alternative: Ihr fahrt noch hundert Meter weiter und biegt rechts ab zum Karstadt-Parkhaus in der Zähringerstraße.
Von allen genannten Parkmöglichkeiten sind es dann nur noch wenige Schritte bis zum Friedrichsplatz.

Das Hoffest findet statt am Nachtwerk in der Pfannkuchstraße 14.
Mit der Tram ist das ganz einfach: Steigt am Marktplatz gegenüber der Pyramide in die Linie 6 in Richtung Daxlanden oder Rappenwört. Nach 15 Minuten steigt ihr an der Haltestelle „Stadtwerke“ aus. Nun seht ihr in Fahrtrichtung rechts die Stadtwerke, und Schilder/Luftballons weisen euch den Weg in die Pfannkuchstraße. Einfach weiter gehen, bis rechterhand das Gelände des Nachtparks auftaucht.

Die Haltestelle „Stadtwerke“ wird die ganze Nacht über in Richtung Hauptbahnhof bedient. Bis 0:58 Uhr fährt die Tram 6 zum Hauptbahnhof zurück (dreimal pro Stunde, immer um :08, :28 und :58). Danach fährt stündlich immer um :58 der Nightliner (NL 5) zum Marktplatz, dort umsteigen in die S1/S11 in Richtung Ettlingen bzw. Ittersbach.

Autofahrer und Radfahrer verlassen die Innenstadt zunächst auf der Kriegsstraße in Richtung Rheinhafen. Dem Streckenverlauf Kriegsstraße – Zeppelinstraße – Daxlander Straße ca. 3km folgen, dabei die Südtangente überqueren. Unmittelbar vor den Stadtwerken nach rechts in die Pfannkuchstraße abbiegen und diese bis zum Ende fahren.

Willkommen! Sie haben Ihr Ziel erreicht! 🙂

Karlsruhe, Deutschland und die Welt: Wie ist es anderswo ‚unter dem Regenbogen‘?

„Was wollen die Schwulen denn noch? Ist doch alles legal, die können sogar heiraten, und die Lesben auch!“ So ähnlich sind zuweilen die Wortmeldungen (mutmaßlich heterosexueller) Mitmenschen. Nicht ganz falsch, aber auch nicht vollkommen richtig. Wie gut es den in Deutschland lebenden Schwulen, Lesben und Transgenders tatsächlich geht, macht ein Blick über den bundesdeutschen Tellerrand deutlich.

Sehen wir mal nach Saudi-Arabien, wo Frauen bekanntlich keine Kraftfahrzeuge führen dürfen. Wie mag es da erst einer Lesbe gehen, oder einem Mann, der sich für Männer interessiert? Homosexualität ist verboten, sexuelle Handlungen werden bestraft. Die Todesstrafe wird mittlerweile nicht mehr verhängt, aber die Gerichte verhängen weiterhin mehrjährige Gefängnisstrafen oder eine drei- bis vierstellige Anzahl Peitschenhiebe.
In Deutschland ist der berüchtigte §175 des Strafgesetzbuches seit 1994 aufgehoben und Homosexualität kein Straftatbestand mehr. Im Rahmen der ersten rot-grünen Bundesregierung wurde die Eingetragene Lebenspartnerschaft geschaffen. Schwule und Lesben sind im Erbrecht, bei der Versorgung und mittlerweile auch beim Steuerrecht Ehepartnern gleichgestellt, wenn die Betroffenen sich aktiv dafür einsetzen (ein entsprechendes Gesetz fehlt hier noch).

Schauen wir nach Baku. Hier findet der diesjährige Eurovision Song Contest statt. Die Erfahrenen erinnern sich: 1998 hat die Transsexuelle Dana International bei dieser Veranstaltung gewonnen. Klingt gut, was den ESC angeht. Wie ist es aber bestellt um die Homo- und Transgenderrechte in Aserbaidschan? Grundsätzlich ist Homosexualität legal, wie in Deutschland. Dann beginnen jedoch die Unterschiede: Von einer gesellschaftlichen Toleranz kann keine Rede sein in Aserbaidschan. Stattdessen wird das Thema totgeschwiegen. Entsprechend Wenige bekennen sich zu ihrem Anderssein, weder die Freunde noch die Familie erfahren, was im Innersten der Frauen, Männer und Transgender vorgeht.
In Deutschland haben jahrzehntelange Anstrengungen durchaus Früchte getragen, ab den Achtzigern auch mit CSD-Paraden. Das gesellschaftliche Klima hat sich verändert. Immer mehr Menschen offenbaren sich früher oder später im Freundes- und Bekanntenkreis, teilweise auch am Arbeitsplatz. So gesehen geht es uns natürlich verdammt gut!

Anders im russischen St. Petersburg, hier dürfte dieser Artikel gar nicht existieren. Seit kurzem ist dort jegliche Information über Regenbogen-Themen als „homosexuelle Propaganda“ verboten. Grundsätzlich ist Homosexualität in Russland zwar legal, das offene Ausleben wird jedoch massiv behindert. Das bekommen nicht zuletzt Teilnehmer/innen des Moskauer CSD jedes Jahr zu spüren, wenn die Polizei gewaltsam gegen die Demonstranten vorgeht, statt sie vor rechtsradikalen Angriffen zu beschützen!

Bei dieser Schilderung wird einem ganz anders. Wie gut es uns doch geht! Das stimmt, verglichen mit anderen Ländern geht es uns schon verdammt gut. Aber auch wenn wir auf hohem Niveau jammern, haben wir immer noch gute Gründe dafür:
Verheiratete haben immer noch erhebliche Vorteile gegenüber Verpartnerten (und Nichtverpartnerten sowieso). In Deutschland können weiterhin nur ein Ehepaar oder eine Einzelperson ein Kind adoptieren – zwei Adoptivväter oder -mütter kann ein Kind rechlich nicht haben!
Und die Ablehnung auf deutschen Schulhöfen wird auch seit einigen Jahren wieder deutlicher hörbar, das Wort schwul hat nach einer gewissen Aufwertung wieder eine krasse Abwertung erfahren, und Schwuchtel ist eines der fiesesten Schimpfwörter überhaupt gegenüber Jungen.
Oder das Thema Coming-Out am Arbeitsplatz: Für zahlreiche Lesben und Schwule wäre ein allzu freimütiges Bekenntnis immer noch eine Einladung zum Mobbing, im schlimmsten Fall ein Freifahrschein zur Arbeitsagentur! Es gibt zwar das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, aber die Diskriminierung zu beweisen ist oft schwierig.
Damit können wir nicht zufrieden sein! Das können wir nicht akzeptieren! Wir wollen stattdessen dafür sorgen, dass wir akzeptiert werden! Wenn wir den Einen oder die Andere mit dem CSD zum Nachdenken in eine andere Richtung anregen, haben wir schon ein bisschen etwas gewonnen. Nutzen wir die Gelegenheit und zeigen uns so, wie wir sind – als Menschen, die leben und lieben wollen, wie wir eben sind. Mit Recht.

Schauen, wandern, hören, schlemmen und mehr: das Rahmenprogramm des CSD

Derzeit häufen sich die ‚roten Tage‘ im Kalender – und es gibt gute Gründe, sich weitere Tage rot im Kalender anzustreichen: Etliche Größen der Karlsruher Szene haben ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Kulturelle, kulinarische und sportliche Aktivitäten – für alle ist etwas dabei.
Gleich zweimal steht das Café XXX im Z10 im Zeichen des CSD. Gleich am kommenden Sonntag stellt Songwriter Sebastian Niklaus Lieder aus seinem brandneuen Debütalbum vor. Nach dem CSD steht dann die Nachlese auf dem Programm.
Filmfreundinnen und -freunde kommen definitiv auf ihre Kosten. Bei den bereits angelaufenen Gay & Lesbian Filmnights der Schauburg wird je ein schwuler und ein lesbischer Abend geboten: In der Komödie „Longhorns“ erkennt Kevin in der texanischen Provinz Anfang der Achtziger Jahre, dass er mit Männern eventuell doch mehr anfangen will als Biertrinken und Baseball schauen… Die lesbische Kurzfilmnacht in der Woche darauf wartet auf mit einem bunten Mix aus nordamerikanischen und deutschen Produktionen – kurz, aber knackig! Mit „Homo@LV“ präsentieren auch die Lesbisch-schwulen Filmtage Karlsruhe einen Beitrag: In der Dokumentation geht es um die Schwierigkeiten der Schwulen- und Lesbenbewegung in Litauen – zu sehen im Studio 3.
Wer lieber Radio hört: Rosarauschen vom Querfunk präsentiert eine Sondersendung zum Karlsruher CSD 2012 und reflektiert das Phänomen CSD in einer speziellen Themensendung. Aus christlicher Sicht nähert sich unserem großen Tag der Queergottesdienst in der Alt-Katholischen Kirche.
Sportlich wird es dank Uferlos ab dem 3. Juni: eine Wanderung ins Nagoldtal, eine Radtour zur Insel Rott und eine Motorradtour der Queerbiker rufen zur sportlichen Betätigung auf.
Wer lieber bei Kaffee und Kuchen mit netten Leuten zusammen sitzt, wird am CSD-Kaffeeklatsch des Café Schmidt oder dem Café Regenbogen der AIDS-Hilfe Karlsruhe seine Freude haben.
Übrigens: Wir sind nicht nur über das Netz erreichbar, an den kommenden Mai-Samstagen findet ihr uns mit einem Info-Stand in der Karlsruher Innenstadt (19. Mai: Ecke Kaiserstraße/nördliche Waldstraße). Für Informationen aus erster Hand, und mit einem offenen Ohr:-). Wir sehen uns – im Netz, in der Stadt, auf dem CSD!

Beamtenstadt erwartet Homosexuellen-Demonstration

Am ersten Juni-Samstag wird es wieder bunt und laut in Karlsruhe, wenn eine farbenfrohe Demoparade von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen und ihren Freundinnen und Freunden durch die Innenstadt zieht. Das diesjährige Motto „Liebe. Mit Recht.“ bezieht sich auf das Karlsruher Bundesverfassungsgericht: In den letzten Jahren prangerte das höchste deutsche Gericht wiederholt die Diskriminierung von Homosexuellen an.

Die Parade endet mit einer politischen Kundgebung am Friedrichsplatz. Anschließend haben alle Interessierten bei einem Hoffest die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Gruppen und Initiativen der regionalen queeren Szene zu informieren. Das von der Travestiegruppe Chapeau-Claque moderierte Bühnenprogramm verspricht gute Unterhaltung. Auch für ein umfangreiches Angebot an Speisen und Getränken ist gesorgt. Schon ab Mitte Mai finden zahlreiche Veranstaltungen, vom „Queergottesdienst“ über eine Radwanderung bis zur Fetischparty, statt. Wer das Programm noch bereichern möchte, findet auf der Website des CSD Karlsruhe alle Informationen und das Anmeldeformular.

In zahlreichen Städten Deutschlands veranstalten jährlich im Sommer Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle sogenannte Christopher-Street-Days. In der New Yorker Christopher Street setzten sich 1969 Homosexuelle gegen Razzien und Willkür der Polizei zur Wehr. Es kam zu tagelangen Krawallen und in der Folge zur Gründung homosexueller Aktionsbündnisse in vielen Ländern der Erde. Daher gilt dieser Vorgang als Keimzelle der modernen Homosexuellenbewegung.

In Karlsruhe kam es nach mehreren Demonstrationen in den 80ern im Jahr 1999 zum ersten Christopher-Street-Day. Erst 2010 wurde diese Tradition fortgesetzt, durch einen Demonstrationszug zur Öffnung aller standesamtlichen Säle für homosexuelle Paare. Im vergangenen Jahr nahmen etwa 1.000 Personen an der Demoparade teil.

Startschuss für regionale Regenbogenfeste fällt in Lörrach

Die meisten Christopher Street Days finden im Juni oder Juli statt. In Lörrach, dem beschaulichen Städtchen nahe der Schweizer Grenze, ziehen Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle bereits am 14. April durch die Stadt.
Natürlich sind auch bekannte Karlsruher Gruppen vertreten: die Schwung, die Queerbeet-Hochschulgruppe, das Rosa Rauschen vom Querfunk und die Schwulen Jungs. Erstmals wird auch der CSD Karlsruhe e.V. mit Banner dabei sein, ‚Mitläuferinnen‘ und ‚Mitläufer‘ sind gern gesehen:-).

Weitere CSD-Termine in der Region:

CSD Karlsruhe – 2. Juni
Straßburg (Marche des visibilités) – 16. Juni
CSD Saar-Lor-Lux – 20. – 22. Juli
CSD Stuttgart – 28. Juli
CSD Rhein-Neckar 11. August

Anmeldung eröffnet!

Wir haben etliche Anfragen bekommen, wann und wo man sich als Gruppe anmelden kann – für die Demoparade, das Hoffest oder das Rahmenprogramm. Jetzt ist es soweit: Ab sofort ist das Anmeldeformular auf unserer Website online, über das Ihr Euch verbindlich anmelden könnt.

Eine gute Nachricht haben wir für weiter Angereiste: Ausgewählte Hotels bieten am Wochenende vom 1. bis 3. Juni 2012 Sonderpreise für alle CSD-Teilnehmer/innen an.

Mach mit, sei dabei!

Die Planungen zum CSD laufen auf Hochtouren, und demnächst können sich auch Gruppen verbindlich anmelden. Bis es soweit ist, benötigen wir weiterhin eure Unterstützung – auf ganz unterschiedliche Weise:
Erste Möglichkeit: Werdet Mitglied im CSD-Verein. Bei einer Fernsehlotterie hieß es mal „Mit fünf Mark sind Sie dabei“ – wir können das toppen, denn mit fünf Euro seid ihr nicht nur bei einer Ziehung, sondern ein ganzes Jahr dabei – und gewinnen tun alle – ihr und der CSD. Dazu einfach über das Beitrittsformular schnell und unkompliziert anmelden. Ach ja, da unser Verein als gemeinnützig anerkannt ist, sind die Beiträge voll von der Steuer absetzbar:-).
Zweite Möglichkeit: Ihr arbeitet mit! Das kann durch zwei zupackende Arme der Fall sein, oder indem ihr eure Geistesblitze und Kreativität in den Dienst des CSD stellt. Eine Mail an kontakt@csd-karlsruhe.de genügt, und ihr seid beim nächsten Treffen (Sonntag, 11.März, um 14:00 Uhr) im Querfunkbüro (Steinstr. 23) dabei.

Planungen für CSD laufen

2011 wird es einen CSD in Karlsruhe unter dem Motto Bekenn‘ Farbe: Zeig Dich! geben. Als Datum hat sich der 4. Juni herauskristallisiert. Der nächste Schritt ist die Anmeldung der Parade bei der Stadt. Sobald diese genehmigt ist, werden wir Dich mit weiteren Informationen versorgen.

Komm einfach öfter hier vorbei (oder noch besser: abonniere den RSS Feed) um auf dem Laufenden zu bleiben. In Kürze werden wir auch einen Mailverteiler einrichten, auf dem Du Dich registrieren kannst und auch eine Facebook-Seite wird eingerichtet.

Dein CSD Karlsruhe Team

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