Queerfeindlichkeit und Gewalt im Umfeld des CSD Karlsruhe

Im Karlsruher Schlossgarten wurde am Samstag nach der CSD-Parade eine Person mit Prideflagge angegriffen. Die Flagge wurde ihr dabei entrissen und verbrannt. Menschen, die zu Hilfe eilten, wurden ebenfalls geschlagen. Auch an anderen Orten in der Stadt wurden queere Menschen attackiert. Gegen die Polizei gibt es schwere Vorwürfe. Mehr Details findet ihr in diesem Artikel bei queer.de

Wir stehen mit den Betroffenen und der Politik in Kontakt. Unser Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup hat sich der Sache persönlich angenommen und wird mit uns für die Aufklärung der Tat und des polizeilichen Verhaltens sorgen. Auch der „Verein der Schwulen und Lesben in der Polizei (VelsPol)“ und der Beauftragte der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt Sven Lehmann haben uns für die weitere Aufarbeitung bereits ihre Unterstützung angeboten.

Wenn ihr selbst am Tag des CSDs queerfeindliche Übergriffe erlebt oder beobachtet habt, dann informiert bitte die Polizei unter 0721 666-5555 oder kontaktiert uns per E-Mail oder über unsere Social-Media-Kanäle.

Zur Pressemeldung der Polizei Karlsruhe: Das Entreißen und Verbrennen der Regenbogenflagge ist ein gezielter Angriff auf die sexuelle bzw. geschlechtliche Identität. Hier einfach von einer Entwicklung einer Schlägerei zu sprechen sowie Täter und Opfer nicht klar zu benennen, halten wir für unangebracht. Sie lässt Zweifel aufkommen, dass die queerfeindliche Tat klar als solche erkannt wurde und wirft die Frage auf, ob vor Ort angemessen wurde. Aussagen von Personen vor Ort bestärken diese Zweifel – wir verweisen dazu auf den Artikel bei queer.de.

Eine erste Pressemitteilung ohne Vorverurteilung ist verständlich – wir hoffen umso mehr auf eine klare, auf den Fakten des hoffentlich ausreichend detaillierten Polizeiberichts basierte, öffentliche Kommunikation, in der der queerfeindliche Übergriff klar als solcher benannt wird. Auch zu den Vorwürfen gegen die Polizeibeamten muss die Polizei aus unserer Sicht Stellung beziehen. Solche Vorkommnisse stärken die Zweifel queerer Menschen an der Polizei und führen dazu, dass queerfeindliche Straftaten nicht zur Anzeige gebracht werden.

Ungeachtet der Vorgänge, die nachts im Schlossgarten stattfanden, hatten wir den Eindruck, dass die Polizei während des CSDs souverän und äußerst kooperativ gehandelt hat. Die Polizei war im Umfeld des Familienfestes und bei der Demoparade sehr präsent, und die Beamten mit denen wir persönlich gesprochen haben, haben sich positiv zum CSD geäußert. Auch die Kooperation im Rahmen der Demoparade war durchgehend positiv.

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