Motto und Schirmherrschaft 2026
Das Motto des Christopher-Street-Day am 6. Juni lautet „Queer Minds Matter; Weil Hass krank macht.“ Der CSD Karlsruhe stellt die psychosoziale Gesundheit queerer Menschen in den Mittelpunkt – Diskriminierung bleibt nicht folgenlos. Queere Menschen sind in besonderer Weise von psychischen Belastungen betroffen. Diskriminierung, Ausgrenzung und strukturelle Benachteiligung erhöhen signifikant das Risiko für Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen und Suizidalität. Der CSD Karlsruhe versteht sein diesjähriges Motto daher als politischen Auftrag: Niemand soll mit den Folgen von Ausgrenzung alleine bleiben.
Die Schirmherrschaft über den CSD trägt 2026 Prof. Dr. Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums. „Es ist mir eine große Ehre, die Schirmherrschaft für den CSD Karlsruhe 2026 zu übernehmen. Das diesjährige Motto erinnert daran, dass die mentale Gesundheit queerer Menschen uns alle betrifft, weil wir dazu beitragen, sie zu schützen und zu stärken. Noch immer erfahren zu viele Ablehnung und Hass. Doch Sichtbarkeit schafft Sicherheit. Sie sendet ein Zeichen für Zusammengehörigkeit, stärkt Vertrauen und macht die Folgen von Ausgrenzung greifbarer. Auch wir im Badischen Landesmuseum wollen Räume gestalten, in denen Respekt, Offenheit und Solidarität selbstverständlich sind. Kultureinrichtungen wie Museen können hier einen wichtigen Beitrag leisten auf dem Weg hin zu einer Gesellschaft, in der Akzeptanz gelebter Alltag ist. Das gelingt durch persönliche Begegnung und gemeinsames Handeln.“

© Badisches Landesmuseum, Foto: Hannes Deters
Der gebürtige Karlsruher Dr. Köhne studierte in Bonn und Heidelberg. Nach beruflichen Stationen unter anderem in Hamburg, Trier und Speyer übernahm er 2014 die Leitung des Badischen Landesmuseums. Er war Präsident des Deutschen Museumsbundes und ist Träger des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg. Das Badische Landesmuseum ist das große kulturhistorische Museum des badischen Landesteils. Seit Herbst 2025 ist sein Hauptsitz, das Karlsruher Schloss, wegen einer umfassenden Generalsanierung geschlossen. Das Museum ist aber dennoch an seinen weiteren Standorten und digital besuchbar. Schon seit 2020 hisst das Badische Landesmuseum jedes Jahr zum Karlsruher CSD die Regenbogenfahne auf dem Schlossturm. Derzeit nimmt das Badische Landesmuseum zudem am Diversity Audit Kunst & Kultur des Landes Baden‑Württemberg teil. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt, in dem Kultureinrichtungen unterstützt werden, Diversität systematisch, strukturell und nachhaltig zu verankern. Das Ausstellungshighlight des Museums ist ab 13. Juni die Ausstellung „Bloom up! Die Sprache der Blumen“ in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Auch hier nimmt eines der Werke von Petrit Halilaj und Álvaro Urbano eine besondere Bedeutung ein, indem es queerer Liebe Sichtbarkeit verleiht und zugleich ein politisches Statement setzt.

© Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck
Der CSD Karlsruhe findet immer am ersten Samstag im Juni statt. Kern ist am Samstag 6.6. eine Demonstration durch die Innenstadt mit anschließender politischer Kundgebung auf dem Marktplatz. Dort findet das ganze Wochenende ein buntes Familienfest statt. Auf dem südlichen Schlossplatz gibt es Cocktails und Musik. Wer sonntags noch weiterfeiern möchte, kann das auf dem Schlossplatz mit der „Pride Festival & CSD KA Closing Party“ tun. Seinen Namen hat der CSD, der in der ganzen Welt gefeiert wird, von einem Aufstand 1969 in der New Yorker Christopher Street, als sich Homosexuelle und trans Menschen im dortigen „Stonewall Inn“ gegen polizeiliche Übergriffe zur Wehr setzten, was zu einer mehrtägigen Straßenschlacht führte. Der Karlsruher CSD-Verein wurde 1999 gegründet.
Mehr Informationen unter www.csd-karlsruhe.de und www.landesmuseum.de.


